Vier einfache Hilfsmittel, mit denen du auch zu Hause an deiner Isolation arbeiten kannst – Teil 4

Bauchtanzunterricht mit Ball - Foto: R. Rossbacher

Der Ball im Bauchtanztraining

Im letzten Teil dieser kleinen Blogreihe (Teil 1Teil 2Teil 3) beschäftigen wir uns mit dem Einsatz eines Balles, um unsere Isolation im Tanz zu verbessern. Zum einen werden wir mehr Ruhe in unsere horizontalen Bewegungen bringen, zum anderen können wir den Einsatz unserer Arme im Tanz, unabhängig von den Füßen, dem Becken und gar dem Oberkörper, trainieren.

Alles, was du brauchst, ist ein Ball. Dieser Ball sollte ca. faustgroß bis handgroß und nicht zu hart sein. Er sollte sich aber auch nicht stark zusammendrücken lassen. Franklin-Bälle und weichere, kleinere Bälle für Kinder eignen sich hervorragend. Harte Igelbälle oder gar Faszienbälle sind weniger geeignet, weil sie entweder zu glatt und rutschig sind bzw. von vielen Frauen aufgrund ihrer Härte als unangenehm empfunden werden.

Ruhige Knie – mit Hilfe des Balls

Kennst du das? Bei der Wippe oder dem Shimmy blockieren deine Knie die Bewegung und machen einfach nicht das, was sie sollen. Und bei  waagerechten Bewegungen, wie dem Kreis und den liegenden Achten, treten sie ins Scheinwerferlicht und produzieren sich ungewollt.
Mit dem Ergebnis, dass keine dieser Bewegungen isoliert und wirklich waagerecht aussieht…

Hier setzen wir an. Klemme deinen Ball zwischen deine Oberschenkel, direkt oberhalb des Knies (nicht auf Kniehöhe, dass kann ungenehme für deine Knie sein). Begib dich in Grundhaltung. Der Ball hat die richtige Größe, wenn er, ohne dass du ihn zusammendrücken musst, zwischen deinen Beinen ruht.
Übe jetzt die horizontalen Basisbewegungen seitliches Beckenschieben, sagittales/Vor-Rück-Schieben und auch das Pendel. Dann versuche dich am waagerechten Kreis sowie die waagerechten Achten.

Orientalischer Tanzunterricht mit Ball - Foto: R. Rossbacher
Orientalischer Tanzunterricht mit Ball – Foto: R. Rossbacher

Halte den Ball ganz ruhig zwischen deinen Beinen. Er soll sich nicht drehen, sich nicht auf und ab bewegen. Drücke ihn nicht zusammen, lasse ihn aber auch nicht fallen.
Sobald du die Knie bewußt oder unbewußt bewegst, bewegt sich auch der Ball und fällt im schlimmsten Fall zu Boden.

Mache die Gegenprobe: Bei der Wippe wird sich der Ball auf und ab bewegen.

Mit diesem kleinen Hilfsmittel kannst du alle horizontalen Bewegungen im Stehen üben.

Einsatz der Arme im Tanz

Tanz mit dem Ball - Foto: Pixabay
Tanz mit dem Ball – Foto: Pixabay

Keine Sorge, wir beginnen jetzt nicht mit „Ballspielen“ im Tanzunterricht ;).
Aber auch bei der Kombination des (isolierten) Einsatzes der Arme mit Beckenbewegungen und/oder Schritten im Orientalischen Tanz leistet der Ball gute Dienste.

Je nachdem, wo deine Schwachstellen (oder die deines Kurses) liegen, kannst du folgende Übungsideen einsetzen (aufsteigender Schwierigskeitsgrad):

Erkunde die Bewegungsmöglichkeiten deiner Arme, während du den Ball mit in die Bewegung nimmst. Übergib ihn auf verschiedenen Wegen von einer in die andere Hand. Kombiniere das mit Laufen, dann mit den Basisschritten im Orientalischen Tanz.

Übergib den Ball während der Bewegung von einer in die andere Hand - Foto: Pixabay
Übergib den Ball während der Bewegung von einer in die andere Hand – Foto: Pixabay

Diese „Ballübergaben“ (v.a. über vorne, hinten, oben, unten) kannst du mit Bauchtanzbewegungen im Stand kombinieren. Beginne mit den Basisbewegungen (Wippe, Kippe, Schieben, Pendel) und arbeitete dich zu den einfach-kombinierten Bewegungen (Kreise, Achten, Wellen) vor.
Versuche, diese Bewegungskombinationen von Arm- und Beckenbewegungen (später auch Oberkörperbewegungen) fließend zu gestalten.

Jetzt kannst du Schritte dazunehmen. Beginne wieder mit den Basisbewegungen. Du kannst vorwärts laufen, im Nachstellschritt (Schritt ran) seitlich, im  Grundschritt – deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Im Kurs bietet es sich an, diese Übungen auch im Kreis ohne Spiegel auszuprobieren. Und Ballabgaben an die Nebenfrau zu integrieren – das sorgt immer für viel Spaß im Unterricht :)!

Du kannst mit der Musikgeschwindigkeit spielen und so den Schwierigkeitsgrad der einzelnen Übungen deutlich erhöhen.
Nach und nach lernst du, deine Arme unabhängig von den Füßen, deinem Becken und ggf. auch von deinem Oberkörper zu bewegen, also deine Isolation im Tanz zu verbessern. Und bei schnellem Musiktempo nicht auszusehen, als wärst du mit dem großen Zeh an eine Steckdose gekommen ;).

Ich wünsche die viel Spaß beim Üben bzw. Einsatz der Übungsideen im Unterricht!

Drei der vier vorgestellten Hilfsmittel habe ich in einem Merkblatt zusammengestellt – du kannst es downloaden (und gerne auch weitergeben).

Titelbild: R. Rossbacher