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Tanztechnik

Shimmy – fit or quit? Teil 3

Im letzten Teil meiner kleinen Reihe zum Thema Shimmy schauen wir uns einfache 3/4-Shimmies sowie Stand- und Spielbeinshimmies genauer an.

3/4-Shimmies

3/4-Shimmies sind Bewegungskombinationen, die sich aus drei (meist Basis-) Bewegungen auf einen Schritt zusammensetzen und auf vier Zählzeiten getanzt werden.
Manche DozentInnen sprechen von „unechten“ Shimmies.

Für den Start empfehle ich die 3er-Wippen. Ähnlich wie beim Zimbeln (taketak, 3er-Schlag) werden hier drei  Bewegungen (Schläge – analog zum Zimbeln) zusammengefasst, nämlich drei abwechselnde Wippen (z.B. re li re). Diese 3er-Wippen werden alternierend getanzt:

re li re – li re li – re li re – li re li …

Wir unterscheiden zwei Varianten – vielleicht hast du die Namen schon mal gehört?

3/4-Shimmies eignen sich hervorragend zum Laufen. Jeder Schritt wird mit einer 3er-Wippe kombiniert. Beim Schritt rechts tanzen wir die Wippe rechts/links/rechts, beim Schritt links links/rechts/links. Du kannst den Schritt auf die ersten Wippe (TAKetak) setzen, aber auch auf die letzte (takeTAK). Probier´s mal aus!

Die 3er-Wippen sind die einfachste Form der 3/4-Shimmies. Wenn du sie  begriffen hast, fallen dir andere 3/4-Shimmy, 3/4-Hagalla usw. leichter.

Trainings- und Einsatzmöglichkeiten

Du kannst 3er-Wippen vorwärts/rückwärts laufen, im Nachstellschritt (Schritt ran) zur Seite, auf den Grundschritt, auf dem Ballen usw..
Suche dir einen gut hörbaren, nicht zu schnellen 4/4-Takt. Beginne, indem du einen 3/4-Shimmy pro Takt tanzt und auf der 4 eine Pause lässt. Verdopple das Tempo (1und2 Pause, 3und4 Pause). Am Ende kannst du vier 3/4-Shimmies auf einen 4/4-Takt üben.

Der Egyptian Basic kann sehr gut in Bewegungen integriert werden, wenn Bewegungen nicht komplett mit einem Shimmy überlagert werden sollen. Besonders geeignet dafür sind „zweiteilige“ Bewegungen,  Bewegungen die auf zwei Zählzeiten ausgeführt werden und einer Zählzeit noch Raum für ein Layering (eine Überlagerung mit einer weiteren Bewegung – der 3er-Wippe) lassen , z.B. Siwa, Hagalla, Nachstell- und Kreuzschritte. Hier sind deiner Fantasie keine Grenzen gesetzt.

Nach dem Prinzip der 3er-Wippen lassen sich viele neue Bewegungen kreieren. Drei Bewegungen (meist Basisbewegungen) werden in blb. Reihenfolge kombiniert, mit einem Schritt versehen und dieser Cocktail je nach gewünschtem Tempo auf „1 und“ oder „1,2“ getanzt.

„Triolen“

Alle 3/4-Shimmies lassen sich als „Triole“ tanzen. Hierbei wird die Pause vermieden, indem du allen 3 Bewegungen mehr Zeit gibst (statt 1 Zählzeit, 1,33333333….. Zählzeiten – jetzt sage nochmal einer, dass man Mathe nach der Schule nicht brauchen kann ;)). Der Shimmy wird dadurch flüssiger, weicher und mutiert zum hervorragenden Laufshimmy!

Stand- und Spielbeinshimmy/Vibrationsshimmy

Im Unterschied zu den Knieshimmies leben die Stand- und Spielbeinshimmies von der Spannung in den Beinen. Einige dieser Shimmies werden mit gestrecktem (aber nie blockiertem oder überstrecktem), andere mit (leicht) gebeugtem Bein getanzt. Für Frauen, die Probleme mit der Kniescheibe und dem dahinterliegenden Gewebe haben, sind diese Shimmies meist nicht geeignet.

In beiden Fällen spannst du das Bein an und arbeitest mit dem Knie gegen diese Spannung. Es entsteht, je nach Spannung und Kraftaufwand bei der Kniebewegung sowie der Fähigkeit, andere Körperstellen locker zu lassen, ein mehr oder minder starkes Zittern/Vibrieren.

Vorübung für´s Gefühl

Vielleicht gehörst du zu den Frauen, die manchmal nervös unter dem Tisch mit einem Bein „zucken“? Oder so jemand saß in der Schule neben dir? Du weißt, was ich meine, oder ;)?

Probiere das bitte mal im Sitzen aus. Die beteiligten Körperpartien stehen ganz schön unter Spannung, die Bewegung geht von einem Gelenk aus (hier Zehengrundgelenke).

Das versuchen wir jetzt auf das gesamte Bein und das Kniegelenk zu übertragen.

Standbeinshimmy

Verlagere dein Gewicht bewusst auf ein Bein (das ist jetzt dein Standbein). Spanne dieses Bein komplett an, ohne das Knie zu blockieren.
Dann versuche das eben erprobte, „nervöse Zittern“ zu erzeugen.
Vielleicht steht deine Beinmuskulatur jetzt so unter Spannung, dass sie fast von alleine anfängt zu vibrieren? Vielleicht kannst du das noch forcieren?
Eine kleine, sehr schnelle Kniebewegung (ggf. musst du ein bisschen Spannung rausnehmen, damit du dein Knie bewegen kannst) unterstützt dieses Vibrieren bzw. erzeugt es.
Wenn du dein Knie bewegen kannst, ohne die gesamte Spannung zu lösen, kannst du anfangen, mit den Spannungsverhältnissen zu spielen. Wie weit musst du entspannen, damit sich dein Knie überhaupt bewegen kann? Wie viel Spannung musst du erhalten, damit du nicht lediglich einbeinige Kniebeugen machst?

Der Standbeinshimmy wirkt am besten in einer Pose. Er kann eine Bewegung komplett untermalen (tendenziell einseitig, da ja nur ein Bein arbeitet) oder  eingesetzt werden, wenn nur ein kurzer Shimmymoment innerhalb einer Bewegung benötigt wird.

Spielbeinshimmy

Echte Spielbeinshimmies gibt es selten im Orientalischen Tanz. Das Spielbein ist das Bein in deiner Bewegung/Pose, dass frei von Körpergewicht ist. Natürlich gibt es viel zwischen Spiel- und Standbein, aber ein reines Spielbein trägt kein Körpergewicht. Es könnte sich z.B. um ein „Arabeskenbein“ handeln. Ein gestrecktes Bein im Bodenpart. Ein getippter oder getepter Fuß trägt meist auch kein Gewicht (höchstens etwas Druck).
Es ist etwas schwieriger, in diesem Bein ein Vibrieren zu erzeugen, weil fehlendes Körpergewicht ein Anspannen erschwert. Aber es ist möglich.

Am besten geht das, wenn du im Bodenpart auf der Seite liegst. Probiere, das obere Bein zu strecken und anzuspannen und ein Zittern zu erzeugen.

Ich hoffe, ich konnte dir Hilfestellung und Ideen für das Üben und den Einsatz von Shimmies geben. Du kannst mich bei Fragen gerne kontaktieren.
Und selbstverständlich stehe ich auch für eine Privatstunde zu diesem Thema zur Verfügung :).